Die Eckkerve gehört zu den zentralen Bearbeitungen im konstruktiven Holzbau, insbesondere beim Anschluss von Pfetten am Gratsparren. Je nach Anforderung – sichtbar oder verdeckt – kommen unterschiedliche Varianten zum Einsatz. In diesem Beitrag erläutern wir die Unterschiede zwischen der klassischen Eckkerve und der verdeckten Eckkerve und zeigen, wie beide Bearbeitungen im Programm angelegt werden.

Was ist eine Eckkerve

Die Eckkerve sorgt dafür, dass die beiden Pfetten im Eckbereich sauber an den Gratsparren anschließen. Im Programm stehen zwei Varianten zur Verfügung:

1. Klassische Eckkerve

  • Der Waageschnitt der Pfettenoberseiten läuft durchgehend bis zur Unterseite des Gratsparrens.
  • Das ergibt die bekannte, „offene“ Kerbform.
  • Wird automatisch vom Dachtragwerks‑Automatismus erzeugt, basierend auf den Einstellungen in den Pfetten Parametern.

2. Verdeckte Eckkerve

  • Umschließt die Pfetten vollständig auf Vorder- und Rückseite.
  • Wird überwiegend im Sichtdachstuhl eingesetzt, da die Bearbeitung optisch sauber und geschlossen wirkt.
  • Muss vom Anwender über die Kerven-Funktion gezielt erzeugt werden.
– verdeckte eckkerve-

Wo wird die Eckkerve im Programm eingegeben

Die Bearbeitungen findest du hier:

Im Dachmodell:

6. Bearbeitungen → 03 Kerven → 02 Eckkerve

In der freien Konstruktion:

3. Bearbeitungen → 7 Kerven → 2 Eckkerve

Die zugehörige Dialogbox ermöglicht die Auswahl zwischen klassischer und verdeckter Ausführung.

-Dialogbox der Eckkerven Eingabe-

Die Pfettenbreite 0.00 erzeugt die bekannte klassische Eckkerve am Gratsparren.

In dem Dialogfeld -Pfettenbreite- wird die Breite der Pfette eingeben. Jeder Wert größer > 0.00 erzeugt die oben genannte verdeckte Eckkerve.

Hinweis: Die Querschnitte (breite) beider Pfetten, die das Eck ausbilden, müssen gleich groß sein. Es kann hier nicht mit unterschiedlichen Querschnitten gearbeitet werden.

Wie entsteht die klassische Eckkerve

Die klassische Eckkerve benötigt keine manuelle Eingabe.
Sie wird automatisch – wenn ausgewählt – vom Dachtragwerks‑Automatismus erstellt – basierend auf den:

  • Pfettenbreiten
  • Höhenlagen
  • Einstellungen im Pfettendialog
  • etc.
– -Dialogbox für die Pfetten Einstellungen-

– Gratsparren Ansicht –

Die klassische Eckkerve wird anhand der oben eingestellten Informationen automatisch ausgeführt.

Kontrolle der erzeugten Bearbeitungen

Über die Einzelbearbeitungen im Stab lässt sich jederzeit überprüfen:

  • welche Bearbeitungen im Stab hinterlegt sind. Diese Informationen gehen an die Abbundanlage.

Ein prüfender Blick in den Einzelstab wird generell empfohlen.

Anmerkung: Soll am Gratsparren die Verdeckte Eckkerve erzeugt werden, muss die automatisch erzeugte Eckkerve, die in Verbindung zur Pfette steht, und zu erkennen am „Dollar ähnlichen Symbol“, gelöscht werden. Erst dann kann die Verdeckte Eckkerve über die oben vorgestellte Funktion erzeugt werden.

Fazit

Die Kerven‑Funktion zeigt einmal mehr ihre Rolle als vielseitiges Allround-Werkzeug im Bereich der Holzverbindungen.
Sowohl klassische als auch verdeckte Eckkerven lassen sich flexibel und maschinenfähig erzeugen. Während die klassische Variante universall einsetzbar ist, bietet die verdeckte Eckkerve eine optisch hochwertige Lösung für den Sichtbereich.